| 26.09.07: "Made in China" |
|
|
|
Mattel verneigt sich vor der chinesischen RegierungSpielwaren. Der US-Konzern nimmt Fehler auf die eigene Kappe. WIEN (cjd). Das Produktionslabel „Made in China“ musste in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken. Auslöser waren die weitläufigen Rückrufaktionen des US-Spielzeug-Herstellers Mattel. Mehr als 2,8 Mio. Spielzeugprodukte musste das Unternehmen wegen bleihaltiger Farbe zurückrufen, 18,2 Mio. Spielzeugfiguren wurden wegen loser kleiner Magneten aus dem Handel genommen. Diese könnten von Kindern verschluckt werden und potenziell zum Ersticken führen, hieß es. Hetze gegen „Made in China“?Die Schuld an dem gefährlichen Spielzeug gab Mattel den chinesischen Produzenten. Woraufhin eine Medienhetze gegen den Produktionsstandort China eingeleitet wurde: Aus der Politik kamen Rufe nach einer Verschärfung der Kontrollen, Importverbote für betroffene Produkte wurden angedroht. In einem Schulterschluss forderten die USA und die Europäische Union China auf, ihrerseits die staatlichen Qualitätskontrollen für Export-Produkte doch bitte zu erhöhen. Nicht ganz zu Recht, wie sich jetzt herausstellt: Der Großteil der Rückrufaktion gehe auf die eigene Kappe, wie Mattel montags in einem reuigen Brief einräumte. Denn der lose Magnet sei Folge eines Mattel-Designfehlers. Die Produktion in China treffe dabei keine Schuld, hieß es weiter. Auch bei der Blei-Farbe ruderte der Konzern nun retour: Ein Teil der Rückrufe sei nicht notwendig gewesen, hieß es zuletzt. Mattel-KehrtwendeEine Kehrtwende in der Kommunikations-Strategie des Konzerns, der noch vor kurzem bemüht war, giftige Bleibfarben in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken. Um von eigenen Fehlern im Produktionsprozess abzulenken. Sehr zum Ärger der chinesischen Regierung: Sie hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass die Schuld nicht allein in China zu suchen sei. Chinas Offizielle, unter ihnen Ministerpräsident Hu Jintao, fürchteten eine ungerechte und dauerhafte Schädigung des Labels „Made in China“. Das Einlenken Mattels im Streit um das gefährliche Spielzeug markiert jetzt einen späten Erfolg für die verlängerte Werkbank Europas und der USA. In einem Statement von Pressesprecher Jim Walter gab „Mattel ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung“. Eine offizielle Entschuldigung folgte. Nicht ganz uneigennützig. Denn die Gefahren eines Produktionsstopps treffen China und den Westen gleichermaßen hart: Mattel fertigt aktuell rund 65 Prozent aller Konzernprodukte in China – als Lieferant für billiges Spielzeug ist das Reich der Mitte folglich für den Konzern nur schwer ersetzbar. Spielzeug ist freilich nur eines von vielen Gütern, die günstig von China nach Europa kommen. Weshalb europäische Politiker wohl auch so gerne auf die Gefahren des „Billigstandortes“ China hinweisen. QUELLE: "Die Presse", Economist; Printausgabe vom 25.09.2007
Nach unserer jahrelangen Erfahrung mit chinesischen Produktionen ist es doch meistens so: Der Kunde bekommt, was er bestellt! Wenn viele Produkte von einfacher Qualität in China hergestellt werden, so liegt das an den Auftraggebern, und nicht an den chinesichen Produzenten! |
| < zurück | weiter > |
|---|
